Schon ein Jahr nach Aufnahme des Handballspiels im Verein überhaupt wurde eine Jugendmannschaft gegründet. Ob sie Meisterschaftsspiele bestritt und gegebenenfalls mit welchem Erfolg sie spielte, konnte nicht festgestellt werden. 1936, nachdem in Derschlag das Handballspiel ein-gestellt worden war, schloss sich die Jugend dem TV Niederseßmar an. In der Zeit des Krieges blieb es auch im Jugendhandball ruhig. Nach Kriegsende wurde wieder eine Mannschaft gebildet, die in der Serie 1946/47 sogar Feldhandball Kreismeister wurde und in der Mittelrheinmeisterschaft der Junioren einen beachtlichen 3. Platz erreichte. Dann aber ließ die Spielstärke etwas nach. Auf der Jahreshauptversammlung am 28.1.1950 wurde wie folgt berichtet: Die Jugendmannschaft entwickelte sich ebenfalls auf mittlerer Basis; jedoch sind bei dieser Mannschaft materielle Schwierigkeiten, die auf den spielerischen Erfolg starken Einfluss haben, noch zu überwinden. Vor allem fehlt es den Jungens an Schuhen, die sie aus eigenen Mitteln nicht erstehen können. Die Mannschaft fiel gleich bei Beginn der Serie 1950/51 auseinander. Abteilungsleiter Ernst Feld berichtete daraufhin zurückblickend in der Jahreshauptversammlung im Februar 1951: Der dunkle Punkt ist der Nachwuchs, die Jugendmannschaft. Die Meldung zur Teilnahme an den Meisterschaftsspielen musste zu Beginn der Herbstserie zurückgezogen werden, womit sich die Mannschaft praktisch auflöste. Entscheidend für diesen Schritt war das Fehlen von Spielkleidung und Schuhen, die uns trotz wiederholter Zusagen vom Vereinsvorstand und privater Seite nicht zugegangen sind. Eine Selbstbeschaffung war undurchführbar, da der größte Teil der Jungen bwz. ihre Eltern hierzu wirtschaftlich nicht in der Lage sind. Hier eine baldige Abhilfe zu schaffen, müsste für Abteilung und Verein eine der dringendsten Aufgaben sein; denn ohne Nachwuchs keine Weiterentwicklung und kein Weiterbestand. Im Februar 1952 konnte Abteilungsleiter Ernst Feld dann feststellen, dass seine Mahnung beachtet worden war. Unter seiner Betreuung konnte wieder eine Mannschaft aufgestellt werden, die, obwohl spielerisch keinen Erfolg hatte, immer in wahrer Kameradschaft geschlossen zusammenstand. 1960 übernahm Hans-Georg Lahr die Jugendarbeit. Er stand vor einer schweren Aufgabe, denn es galt, ganz von vorne anzufangen. Durch gute Kontakte mit den beiden Volksschulen kamen viele Schüler und Jugendliche, die Interesse am Handballspiel hatten. Schon bald konnten zwei Schülermannschaften und eine Jugendmannschaft für Kleinfeldspiele zusammengestellt werden. Es gab zu Anfang verständlicherweise hohe Niederlagen. Einige Talente schälten sich schon bald heraus. Während die Jugend 1961 nur Freundschaftsspiele bestritt, nahmen die C- und D- Schüler schon an Meisterschaften teil. Die D-Schüler erkämpften sich den beachtlichen 4. Platz der Kreismeisterschaft. Erst 1962/63 nahm die Jugend zum erstenmal an der Hallenhandball Kreismeisterschaft teil, schied aber trotz achtbarer Spiele und Ergebnisse schon in der Vorrunde aus. Erheblich geschwächt wurde die Mannschaft durch den Wechsel von Burkhard Müller zum VfL Gummersbach. Obwohl für die Schüler keine Meisterschaften ausgetragen wurden, wurde eifrig trainiert und die Spielstärke erheblich verbessert. Das zeigte sich in der Serie 1963/64, als sowohl die C- als auch die D-Schüler Kreiszweiter wurden, obgleich einige gute Talente infolge Alters an die Jugend abgegeben werden mussten. Dadurch war die Jugend verstärkt, erreichte in der Halle die Oberbergische Endrunde und schied hier nur knapp aus. In dem folgenden Jahr spielten sie noch stärker. Nachdem sie im Feldhandball den 4. Platz belegt hatte, erreichte sie im Hallenhandball wieder die Oberbergische Endrunde. Sie wurde hinter dem VfL Gummersbach Oberbergischer Vizemeister und hatte sich damit die Teilnahme an der Mittelrheinmeisterschaft erkämpft. Die Vor- und die Zwischenrunde wurden klar überstanden. In der Endrunde gab es aber hinter dem VfL Gummersbach, dem TuS 04 Leverkusen und Bayer 04 Leverkusen nur den 4. Platz. Die Schülermannschaft erreichte wie im Vorjahr den 2. Tabellenplatz im Kreis. Im Spieljahr 1965/66 wurde auf dem Großfeld der dritte Platz erreicht. In der Halle wurde die Mannschaft wieder wie im Vorjahr - Vize-Kreismeister hinter dem VfL Gummersbach und konnte an der Mittelrheinmeisterschaft teilnehmen. Über die Vor- und Zwischenrunde gelangte sie in die Endrunde, die in Köln ausgetragen wurde. Nach Abschluss des Turniers, an dem auch die Mannschaften Olympia Köln, Schwarz-Rot Aachen und VfL Gummersbach teilgenommen halten, stand Derschlag ohne Punktverlust als Mittelrheinmeister fest und konnte aus der Hand des Jugendwartes des Handballverbandes Mittelrhein den Wanderpreis des Regierungspräsidenten in Empfang nehmen. Übrigens konnte die Jugendmannschaft des VfL Gummersbach, die in den vergangenen zwei Jahren Mittelrheinmeister war, erstmalig von der TuS Jugend geschlagen werden. Das alles in allem erfolgreichste Jahr für eine Jugendmannschaft in der TuS Derschlag war das Jahr 1966/67. Im Feld reichte es zwar wieder nur für den 3. Platz, dafür waren die Erfolge in der Halle aber um so größer. Als Kreis-Vizemeister, zum dritten Male hintereinander, erreichte die Mannschaft - wiederum ohne Verlustpunkt - der Mittelrheinmeisterschaft. Damit waren die Erfolge jedoch noch nicht zu Ende. Erstmalig in diesem Jahre wurde eine Westdeutsche Jugend-Hallenhandballmeisterschaft ausgetragen. Ausrichter war der Westdeutsche Handballverband, der mit der Durchführung die TuS Derschlag beauftragte. Austragungsort war die Sporthalle in Gummersbach, Bewerber um den Titel des Westdeutschen Jugend- Hallenhandballmeister die Landesverbandmeister TV Mülheim- Koblenz, Grün-Weiß Dankersen, BSV Solingen 98 und TuS Derschlag. Was zuvor keiner zu hoffen gewagt hatte, wurde Wirklichkeit: Nach äußerst spannend verlaufenen, auf hohem spielerischem Niveau stehenden Spielen, konnte Derschlag mit 4:2 Punkten vor Solingen 98 mit 3:3 Punkten die Meisterschaft für sich entscheiden. Nun kannte die Begeisterung keine Grenzen mehr. In Anbetracht dessen, dass das Hamburger Einladungsturnier für die Hallenhandball-Regionalmeister der Jugend nicht zustande gekommen war, entschloss sich TuS Derschlag ihrerseits, die Veranstaltung aufzuziehen. Dies konnte jedoch nur ermöglicht werden dank des unermüdlichen Einsatzes und dank großzügiger finanzieller Unterstützung unserer Derschlager Mitbürger und der Stadt Gummersbach .Folgende Regionalmeister waren eingeladen und nahmen an dem sich über 2 Tage hinziehenden Turnier teil:

Reinickendorfer-Füchse(Berliner Meister)
SV Friesenheim(Südwest-Meister)
TV Bremerhaven-Geestemünde(Norddeutscher Meister)
TuS Derschlag(Westdeutscher Meister)
TV Mannheim-Seckenheim(Süddeutscher Meister)

Damit hatte das Turnier den Charakter einer Deutschen Meisterschaft. Wenn auch für die Derschlager Jungens der Erfolg in Form von Siegen ausblieb - Derschlag wurde nur Vierter - musste das Experiment, das der Verein mit der Einladung eingegangen war, als voll gelungen angesehen werden. Es wurde hervorragender Sport gezeigt und echte Kameradschaft gepflegt. Nur ungern haben sich die jungen Handballfreunde damals von Derschlag verabschiedet. Für den Stamm der Mannschaft (5 Spieler) endete mit diesen Spielen die Zugehörigkeit zur Jugendmannschaft. So ist es nicht verwunderlich, dass die Mannschaft zwangsläufig geschwächt in die Spielzeit 1967/68 einzog und im Feld sowie in der Halle nach Abschluss der Meisterschaft nur jeweils den 3. Platz belegen konnte. In der Feldmeisterschaft 1968 qualifizierte sich die Jugendmannschaft durch einen Sieg in einem Entscheidungsspiel gegen den SSV Marienheide für das Endspiel um die Kreismeisterschaft. Endspielgegner war der VfL Gummersbach, der die Partie und damit den Titel mit 18:16 gewann. Derschlag nahm als Kreiszweiter an der Mittelrheinmeisterschaft teil, schied aber nach Niederlagen im Hin- und Rückspiel gegen TuS 04 Leverkusen, dem Meister des Kreises Rheinberg und späteren Mittelrheinmeister, in der Vorrunde aus. Auch in der Hallenserie 1969 war Derschlag als Kreis-Vizemeister erneut Teilnehmer an der Mittelrheinmeisterschaft. Nachdem die erste Runde gegen Schwarz-Rot Aachen etwas glücklich durch Losentscheid überstanden war, schied die Mannschaft dann aber infolge des schlechteren Torverhältnisses gegen den VfL Gummersbach, dem späteren Meister, aus. Der schönste Erfolg auf dem Aschenplatz ist der Jugendmannschaft im Jahr 1969 gelungen. Erstmalig wieder nach 22 Jahren wurde eine Derschlager Handballjugend Kreismeister auf dem Feld. Die damit erreichte Qualifikation zur Teilnahme an der Mittelrheinmeisterschaft führte bis ins Endspiel gegen die Jugend der TuS 04 Leverkusen, das jedoch auf neutralem Platz leider verloren ging. In der Saison 1969/70 bereitete die Handballjugend der TuS besonders viel Freude. Nach dem Gewinn der Kreismeisterschaft wurde im Endspiel um die Mittelrheinmeisterschaft die Jugend des VfL Gummersbach mit 6:5 bezwungen und somit die Mittelrheinmeisterschaft gewonnen. Der Jubel kannte keine Grenzen, als die Schützlinge von Hans-Georg Lahr in Oberhausen ungeschlagen Westdeutscher Meister wurden. Die Erringung der Westdeutschen Meisterschaft berechtigte selbstverständlich zur Teilnahme an der Deutschen Hallenhandballjugendmeisterschaft. Nach großartigen kämpfen wurde in Fürth die Deutsche Vizemeisterschaft errungen. Vom technischen Können und von der Spielanlage her ist die Jugend von TuS Derschlag die beste Mannschaft des Turniers. Mit diesen Worten lobte der Präsident des Deutschen Handballbundes, Otto Seeber, die guten Leistungen des Deutschen Vizemeisters TuS Derschlag. Mit dieser Deutschen Vizemeisterschaft hatten die Jugendlichen unter ihrem Trainer Hans-Georg Lahr den Höhepunkt in der Vereinsgeschichte erreicht: Nach viermaligem Mittelrhein- und zweifachem Westdeutschen Titelgewinn sowie einem 4. Platz bei der inoffiziellen Deutschen Meisterschaft 1967 nun der stolze Erfolg von Fürth.% Der Gewinn der Deutschen Vizemeisterschaft im Jugendhandball bedeutete den absoluten Höhepunkt in der Jugendarbeit des Vereines. Zu verdanken war dieses in 1. Linie dem unermüdlichen Trainer Hans-Georg Lahr, der sich wie kein Trainer vor ihm und nach ihm im Bereich der Jugendausbildung engagierte. Mit Beginn der Saison 1975/76 schied Hans-Georg Lahr aus der Jugendarbeit aus, um die 1. Meisterschaft zu trainieren. Die Lücke, die er hinterließ, konnte bis zum heutigen Zeitpunkt nicht geschlossen werden. Zwar gab es keinen totalen Zusammenbruch der Jugendarbeit, aber das hohe Niveau der Jahre vorher konnte nicht wieder erreicht werden. Mit Beginn der Saison 1974/75 wurde im Bereich des Handballverbandes Mittelrhein die A-Jugend Verbandsliga eingeführt. Von Anfang an befand sich die TuS Derschlag unter den 3 Mannschaften, die den Oberbergischen Kreis in dieser Liga repräsentierten. Bis zur Saison 1979/80 konnte ein Platz in der Verbandsliga behauptet werden. Erst in der letzten Saison, als bewährte Kräfte wie Ingo Hovad - der nachher in die 1. Mannschaft aufrückte -, Manfred Raupach und Stefan Kirchner aus der A- Jugend ausschieden, konnte die Qualifikation für die Verbandsliga nicht mehr erreicht werden. Dies soll aber nach Meinung der jetzigen Trainer, Ulrich Pohl und Nico Papathanasiou, in diesem Sommer wieder gelingen. Erwähnt werden soll an dieser Stelle, dass auch in den vergangenen Jahren noch zahlreiche gute Spieler aus der Jugend der TuS Derschlag hervorgegangen sind. Stellvertretend für viel andere seien hier an erster Stelle die bereits erwähnten Spieler Ulrich Pohl und Ingo Hovad, daneben aber auch Werner Schuster, Jochen Müller, Joachim Sinderhauf und Lothar Stamm genannt.

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